Felix,
der Vertrieb zwischen Leistung und Menschlichkeit lebt

Beschreibe Dich und Deinen beruflichen Werdegang.

Ich bin Felix Otto, 34 Jahre alt, Vater von zwei kleinen Kindern und mit meiner wundervollen Frau verheiratet. Ursprünglich komme ich aus Münster und habe nach dem Abitur ein duales Studium im Bereich Vertriebs- und Kooperationsmanagement gemacht. Für mich war schon früh klar, dass ich in den Vertrieb möchte – ich rede und arbeite gerne mit Menschen.

Nach dem Studium bin ich in den klassischen Außendienst für Energieversorgungsprodukte gegangen und war dort auch erfolgreich. Allerdings habe ich relativ schnell gemerkt, dass mich das nicht wirklich erfüllt. Parallel habe ich meinen Master im Sales Management gemacht und dann bewusst die Entscheidung getroffen, mich neu zu orientieren.

Ich habe mir zum ersten Mal wirklich Zeit genommen, um zu überlegen, was ich langfristig machen möchte. Und dann bin ich in die Personaldienstleistung eingestiegen. Schon nach zwei Wochen wurde mir klar: Das ist genau mein Ding. Ich habe schon nach einem Jahr Führungsverantwortung übernommen, später auch die Bereichsleitung, und daraus hat sich schließlich der Weg in die Selbstständigkeit ergeben.

2024 habe ich dann gemeinsam mit meinen Mitgründern und dem AÜG NETZWERK Staffinity aufgebaut.

Erzähl uns gerne etwas über Staffinity Consulting. Was macht Ihr und wer seid Ihr?

Staffinity ist ein Personaldienstleistungsunternehmen, das wir mit dem AÜG NETZWERK gegründet haben und aktuell mit drei Geschäftsführern leiten. Wir haben uns darauf spezialisiert, Fach- und Führungskräfte im kaufmännischen Bereich zu vermitteln und sowohl Kandidaten als auch Unternehmen dabei beratend zu begleiten.

Was uns besonders ausmacht, ist unsere DNA: Wir sehen uns als Hybrid aus klassischen Werten und modernen Ansätzen. Das bedeutet, wir stehen für Verbindlichkeit, Transparenz, Disziplin und Ehrgeiz – also Werte, die im Vertrieb extrem wichtig sind.

Gleichzeitig arbeiten wir mit modernen Tools, effizienten Prozessen und einem sehr empathischen Ansatz. Für uns geht es nicht nur um fachliche Qualifikation, sondern auch um den Menschen dahinter.

Der Name Staffinity steht für „Staffing“ und „Infinity“. In Kombination mit dem Logo (dem Unendlichkeitszeichen) möchten wir vermitteln, dass es unendlich viele Möglichkeiten gibt, erfolgreich zu sein und einen passenden Job oder den passenden Kandidaten zu finden.

Aktuell sind wir rund zwölf Mitarbeiter an zwei Standorten in Düsseldorf sowie Essen und arbeiten hauptsächlich im Raum NRW für den kaufmännischen Bereich. Wir sind aber flexibel und auch darüber hinaus tätig.

Vertrauen ist die Grundlage jeder Zusammenarbeit – ohne Vertrauen funktioniert es nicht.“

Nimm uns mal mit in die Zeit des Gründungsprozesses. Was waren die Herausforderungen und wie hat das NETZWERK Euch unterstützt?

Eine der größten Herausforderungen war, sich nicht zu verzetteln. In der Gründungsphase hat man oft eine gewisse Euphorie und möchte alles perfekt machen – vom Namen über das Logo bis hin zu kleinsten Details.

Wir mussten lernen, dass Perfektion nicht erreichbar ist und 80 % oft völlig ausreichen, um voranzukommen. Wichtig war, ins Handeln zu kommen, statt sich in Kleinigkeiten zu verlieren. Natürlich ist es auch wichtig, sich über Marke, Namen und CI Gedanken zu machen. Entscheidend für die Wahrnehmung am Markt ist aber, wie man mit den Ansprechpartnern umgeht.

Eine weitere Herausforderung war das Marktumfeld. Wir haben bereits gesehen, dass sich die Branche nicht ganz einfach entwickeln könnte, aber unser Prozess war schon so weit fortgeschritten, dass wir bewusst entschieden haben, weiterzugehen.

Das NETZWERK hat uns dabei enorm geholfen. Wir haben viel Feedback und Erfahrungswerte bekommen, gerade in Bezug darauf, Prioritäten zu setzen und schneller Entscheidungen zu treffen. Außerdem wurde uns großes Vertrauen entgegengebracht, was uns ermöglicht hat, unsere eigenen Ideen und Arbeitsweisen umzusetzen.

Wenn Du auf Deine berufliche Reise zurückblickst: Welche wichtige Lektion hast Du gelernt, die Du gerne früher gewusst hättest?

Es gibt sogar drei.

Eine der wichtigsten Lektionen war für mich, dass man nicht perfekt sein muss. Gerade am Anfang im Vertrieb hatte ich den Anspruch, immer das perfekte Bild abzugeben – das wirkt aber oft eher unsympathisch.

Außerdem habe ich gelernt, dass Geduld extrem wichtig ist. Man kann nicht dauerhaft im höchsten Gang fahren. Manche Dinge brauchen einfach Zeit.

Die wichtigste Erkenntnis war aber das Thema Leidenschaft. Ich habe gemerkt, wie groß der Unterschied ist, ob man einen Job nur gut macht oder ob man wirklich dafür brennt. Seitdem ist Arbeit für mich nicht mehr nur Arbeit, sondern etwas, das ich wirklich gerne mache. Dieses Wissen würde ich am liebsten jedem mitgeben. Zum Glück habe ich in meiner jetzigen Funktion tatsächlich die Möglichkeit, viele Menschen daran teilhaben zu lassen, denn ich versuche, für unsere Kandidaten einen Job zu finden, den sie mit Leidenschaft machen.

Ich glaube nicht daran, jedem die gleiche Schablone überstülpen zu können.“

Welche Ansätze verfolgst Du, um ein starkes Team aufzubauen und zu führen?

Für mich sind Kommunikation und Leidenschaft das A und O in der Führung. Es ist wichtig, die Menschen im Team abzuholen und ihnen Raum für ihre eigene Meinung zu geben. Nur weil etwas für mich funktioniert, heißt es nicht, dass es für andere genauso ist.

Ich glaube nicht daran, jedem die gleiche Schablone überstülpen zu können. Jeder Mensch hat unterschiedliche Stärken, und genau die sollte man herausarbeiten und fördern.

Vertrauen und Menschlichkeit sind weitere zentrale Punkte. Wenn ich meinem Team nicht vertraue, kann ich nicht sinnvoll mit ihnen zusammenarbeiten. Gleichzeitig bedeutet das, dass ich selbst offen sein muss. Ich teile auch persönliche Einblicke aus meinem Leben, damit mein Team weiß, wer ich bin, und eine echte Vertrauensbasis entstehen kann.

Natürlich spielen Zahlen und KPIs eine Rolle, um fundiert entscheiden zu können, aber nicht alles darf rein datengetrieben sein. Gerade im Vertrieb braucht es Emotionen und Gespür für Menschen. Genau das versuche ich meinem Team zu vermitteln, indem ich ihnen den Raum gebe, sich mir zu öffnen – wenn sie das möchten.

Wie schaltest Du nach Deinem Arbeitstag ab?

Ein großer Ausgleich für mich ist meine Familie. Meine Kinder und meine Frau helfen mir dabei, den Kopf freizubekommen und Dinge zu relativieren. Viele berufliche Herausforderungen wirken deutlich kleiner, wenn man sie mit dem Alltag zu Hause vergleicht. Ein stabiles, familiäres Umfeld ist meiner Meinung nach sehr wichtig, wenn man ein Unternehmen aufbaut, denn diese Menschen fangen einen auf.

Zusätzlich habe ich für mich den Sport entdeckt. Ich habe mir mit 32 einen Kindheitstraum erfüllt und angefangen, Basketball zu spielen. Das ist für mich ein wichtiger Ausgleich, weil ich in dem Moment komplett im Hier und Jetzt sein muss und nicht an die Arbeit denken kann.

Welche Herausforderungen siehst Du in der Zukunft für die Personaldienstleistungsbranche und wie bereitest Du Dich darauf vor? Wie geht Ihr damit um?

Die Branche wird zunehmend wettbewerbsintensiver, gleichzeitig wird das Marktumfeld komplexer. Wachstum ist nicht mehr selbstverständlich. Viele Unternehmen kämpfen um Marktanteile.

Die größte Herausforderung wird es sein, effizient zu arbeiten und gleichzeitig die Menschlichkeit nicht zu verlieren. Es geht darum, die Balance zwischen Wirtschaftlichkeit und Empathie zu finden.

Wir setzen dabei auf schnelle Entscheidungswege und moderne Tools. Als kleineres Unternehmen haben wir den Vorteil, sehr agil zu sein – wir können innerhalb von kurzer Zeit neue Prozesse oder Technologien implementieren.

Zusätzlich spielt der Austausch eine große Rolle. Wir sind drei Geschäftsführer, und ich finde, wir sind alle unterschiedlich gestrickt, wodurch wir verschiedene Ansichten bündeln können. Aber auch der Austausch innerhalb des NETZWERKs ist in anspruchsvollen Phasen oder als Vorbereitung auf diese wichtig. Das ermöglicht es uns, über den Tellerrand hinauszuschauen und hilft uns, Herausforderungen besser einzuordnen und Lösungen zu entwickeln.

Letztendlich hilft es mir persönlich, mich an vergangene Herausforderungen zu erinnern, die ich gemeistert habe. Ich sage nur Corona. Als die Pandemie ausbrach, war ich gerade mal 14 Tage in einer Führungsposition. Auch das habe ich geschafft und diese Zeit sogar als Chance genutzt, um starkes Wachstum zu generieren.

Mit welcher berühmten Person würdest Du gerne einen Tag tauschen und warum?

Ich würde gerne mit meinem Kindheitsidol Michael Jordan tauschen.

Mich faszinieren seine extreme Disziplin und Leidenschaft. Ich würde gerne verstehen, wie es sich anfühlt, auf diesem Niveau zu performen und mit dem Druck umzugehen. Vor allem interessiert mich, was mental in so einer Person vorgeht, um immer wieder an seine Grenzen zu gehen und konstant Höchstleistung zu bringen.

Gibt es etwas, dass Du in der Zukunft unbedingt noch erreichen oder machen möchtest?

Aktuell liegt mein Fokus ganz klar auf dem weiteren Wachstum von Staffinity. Unser Ziel ist es, uns trotz der herausfordernden Marktbedingungen erfolgreich weiterzuentwickeln und perspektivisch auch weitere Standorte aufzubauen.

Langfristig geht es mir darum, nachhaltigen Erfolg zu schaffen – für das Unternehmen, für unsere Kunden und für die Kandidaten, mit denen wir arbeiten.

Zum Schluss noch drei knackige Fragen mit der Bitte um kurze Antworten.

Buch oder Hörbuch?
Eigentlich Filme. Aber wenn ich mich entscheiden muss, dann nehme ich das Hörbuch – oder den Podcast.

Frühaufsteher oder Nachteule?
Definitiv Nachteule. Für meine Kinder stehe ich aber gerne früh auf.

Reisen oder zu Hause bleiben?
Ganz klar reisen.

Du möchtest gerne persönlich mit Felix sprechen oder mehr über das AÜG NETZWERK erfahren?
Zögere nicht, ihn direkt zu kontaktieren oder besuche die Website: 

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